Ein Leerrohr im Garten liegt in der Regel mindestens 60 cm tief, unter Einfahrten und anderen befahrenen Flächen eher um 80 cm, eingebettet in Sand und mit einem Trassenwarnband darüber. Für eine Wallbox-Zuleitung wird häufig ein flexibles Kabelschutzrohr um DN 50 mit Zugdraht verwendet, für Glasfaser das Rohr, das der Netzbetreiber vorgibt. Den Graben und das Rohr übernimmt ein Tiefbaubetrieb, das Kabel und den Anschluss ein eingetragener Elektrofachbetrieb, die Glasfaser der Netzbetreiber.
Die Zahlen in diesem Ratgeber sind Richtwerte aus der Praxis. Verbindlich sind immer die Vorgaben Ihres Elektrofachbetriebs und des jeweiligen Netzbetreibers, denn sie kennen Kabel, Querschnitt und die eigenen technischen Anschlussbedingungen. Wir erklären, worauf es beim Graben ankommt und wie Sie die Arbeiten sinnvoll aufteilen.
Übersicht: Tiefe, Rohr und Zuständigkeit
Die folgende Tabelle zeigt typische Werte für die Leitungen, die in Gärten und Hofeinfahrten am häufigsten verlegt werden. Alle Angaben sind Orientierungswerte, keine Planungsvorgabe.
| Leitung | typische Tiefe | Rohr | Wer ist zuständig |
|---|---|---|---|
| Wallbox-Zuleitung | in der Regel ca. 60 cm, unter befahrenen Flächen ca. 80 cm | Kabelschutzrohr, häufig um DN 50, mit Zugdraht | Graben und Rohr: Tiefbau; Kabel, Anschluss, Anmeldung: Elektrofachbetrieb |
| PV-Erdkabel (z. B. vom Carport oder Gartenhaus) | in der Regel ca. 60 cm, unter befahrenen Flächen ca. 80 cm | Kabelschutzrohr, je nach Anzahl der Leitungen DN 50 bis DN 110 | Graben und Rohr: Tiefbau; Kabel, Planung, Anschluss: Elektrofachbetrieb |
| Glasfaser | nach Vorgabe des Netzbetreibers, je nach Anbieter unterschiedlich | Speedpipe bzw. Mikrorohr oder vorbereitetes Leerrohr nach Vorgabe | Graben auf Privatgrund: Tiefbau nach Vorgabe; Einblasen, Hauseinführung, Anschluss: Netzbetreiber |
| Gartenstrom (Beleuchtung, Steckdosen, Pumpe) | in der Regel ca. 60 cm | Kabelschutzrohr, oft DN 40 bis DN 50 | Graben und Rohr: Tiefbau; Kabel und Anschluss: Elektrofachbetrieb |
| Wasserleitung zur Zapfstelle | frostfrei, in unserer Gegend in der Regel ab ca. 80 cm | PE-Rohr, an Engstellen ggf. im Schutzrohr | Graben: Tiefbau; Anschluss an die Trinkwasserinstallation: Installateur bzw. nach Vorgabe des Wasserversorgers |
Bei Wasserleitungen hängt die frostfreie Tiefe von Boden, Lage und Überdeckung ab. Für einen Hausanschluss des Versorgers gelten dessen eigene Vorgaben, die oft tiefer liegen.
Wie tief muss das Leerrohr liegen?
Für Erdkabel im Niederspannungsbereich hat sich in der Praxis eine Verlegetiefe von mindestens 60 cm im Garten durchgesetzt. Unter Einfahrten, Stellplätzen und Wegen, die mit dem Auto befahren werden, liegt das Rohr meist um 80 cm tief, damit Last und Frost es nicht erreichen. Das gilt auch dann, wenn das Kabel im Leerrohr liegt: Das Rohr schützt mechanisch, ersetzt aber in der Regel nicht die Überdeckung. Ob im Einzelfall andere Werte gelten, entscheidet Ihr Elektrofachbetrieb auf Grundlage der einschlägigen VDE-Bestimmungen und der Vorgaben Ihres Netzbetreibers.
Etwa 20 bis 30 cm über Kabel oder Rohr wird ein Trassenwarnband eingelegt. Wer später im Garten gräbt, stößt zuerst auf das Band und weiß, dass darunter eine Leitung liegt. Gerade bei Wallbox und Photovoltaik, wo Leitungen dauerhaft Strom führen, ist das eine einfache und wirksame Absicherung.
Besonderheiten in Rheinhessen
Rund um Worms und Gimbsheim haben wir es häufig mit lösshaltigen, teils lehmigen Böden zu tun. Im trockenen Zustand steht der Graben gut, bei Nässe wird der Boden schmierig und lässt sich schlecht verdichten. Deshalb planen wir den Verfüllboden mit ein und tauschen bei Bedarf Material aus, damit sich die Trasse unter Rasen oder Pflaster später nicht absenkt. In der Rheinniederung kann außerdem das Grundwasser hoch stehen. Dann läuft Wasser in den Graben, und Rohrenden sowie Hauseinführungen müssen besonders sorgfältig abgedichtet werden.
Welches Rohr ist das richtige?
Nicht jedes Rohr, das im Baumarkt liegt, eignet sich als Leerrohr für Kabel. Die wichtigsten Varianten im Überblick:
- Kabelschutzrohr (doppelwandiges Wellrohr): außen gewellt, innen glatt, flexibel und für die Erdverlegung ausgelegt. Meist mit eingelegtem Zugdraht oder Einziehhilfe; für Wallbox, PV und Gartenstrom in der Regel die erste Wahl.
- KG-Rohr: eigentlich ein Abwasserrohr. Es ist stabil und gut verfügbar, die Formteilbögen sind aber eng. Lange oder dicke Kabel lassen sich darin oft nur mit viel Kraft einziehen.
- Speedpipe bzw. Mikrorohr: dünne, dickwandige Rohre für Glasfaser, in die die Faser später eingeblasen wird. Typ und Durchmesser gibt der Netzbetreiber vor.
Beim Durchmesser gilt: lieber eine Nummer größer. Für eine Wallbox wird häufig ein Kabelschutzrohr um DN 50 gewählt, bei großen Querschnitten oder mehreren Leitungen auch mehr. Welcher Kabelquerschnitt nötig ist, berechnet Ihr Elektrofachbetrieb aus Ladeleistung und Leitungslänge. Danach richtet sich das Rohr. Ist der Graben ohnehin offen, lohnt sich ein zweites Rohr als Reserve, zum Beispiel für eine Datenleitung zum Lastmanagement oder für spätere Beleuchtung am Stellplatz.

So wird ein Leerrohr fachgerecht verlegt
- Leitungsauskunft einholen: Vor dem ersten Spatenstich fragen Sie bei den Netzbetreibern für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation nach vorhandenen Leitungen. Auf dem eigenen Grundstück helfen zusätzlich Hauspläne. In der Nähe bekannter Leitungen wird von Hand geschachtet.
- Trasse festlegen: möglichst gerade und kurz, mit wenigen Richtungswechseln. Start- und Endpunkt stimmen wir mit Ihrem Elektrofachbetrieb ab, vor allem, wo das Rohr ins Haus geht.
- Graben ausheben: auf die vereinbarte Tiefe, mit ebener Sohle und ohne Steine oder Bauschutt, die das Rohr beschädigen könnten.
- Sandbett und Rohr: Das Rohr liegt auf einer Sandschicht und wird mit Sand überdeckt. Bögen legen wir mit großem Radius, Rohrenden werden verschlossen, damit kein Schmutz und Wasser eindringt.
- Verfüllen und Warnband: lagenweise verfüllen und verdichten, das Trassenwarnband auf etwa 20 bis 30 cm über der Leitung einlegen.
- Oberfläche schließen und dokumentieren: Rasen, Beet oder Pflaster wiederherstellen und die Lage der Trasse mit Maßen und Fotos festhalten.
Die Dokumentation wird oft vergessen, ist aber Gold wert: Wer in einigen Jahren einen Zaun setzt oder einen Baum pflanzt, weiß dann genau, wo nicht gegraben werden darf.
Kostenlose Vor-Ort-Besichtigung vereinbarenSchicken Sie uns zwei, drei Fotos der Fläche. Wir melden uns zur Terminabsprache.
Glasfaser: Biegeradien und Vorgaben des Netzbetreibers
Bei Glasfaser ist das Rohr nicht nur Schutz, sondern Transportweg: Die Faser wird mit Druckluft eingeblasen. Enge Bögen, Knicke oder verformte Rohre bremsen das Einblasen oder machen es unmöglich. Deshalb gilt für Speedpipe und Mikrorohre in der Regel ein großzügiger Biegeradius, und Richtungswechsel sollten nur als sanfte Bögen ausgeführt werden. Den zulässigen Mindestradius nennen Hersteller und Netzbetreiber.
Viele Netzbetreiber bauen den Anschluss bis zur Grundstücksgrenze selbst und bieten an, dass Sie den Graben auf Ihrem Grundstück vorbereiten. Welche Tiefe, welches Rohr und welche Hauseinführung dabei akzeptiert werden, unterscheidet sich je nach Anbieter. Holen Sie diese Angaben schriftlich ein, bevor gegraben wird. Mehr dazu auf unserer Seite zum Glasfaser-Hausanschluss.
Wer macht was?
Die Arbeit am Leerrohr teilt sich klar auf. Wir übernehmen den Tiefbau: Leitungsauskunft gemeinsam mit Ihnen, Graben, Sandbett, Leerrohr, Trassenwarnband, Verfüllen, Verdichten und das Schließen der Oberfläche. Kabel einziehen, anschließen, Wallbox oder Wechselrichter montieren und beim Netzbetreiber anmelden: Das ist ausschließlich Sache eines eingetragenen Elektrofachbetriebs. Den Glasfaseranschluss baut der Netzbetreiber.
Wallbox und Ladesäule
Graben vom Haus bis zum Stellplatz, Querung der Einfahrt, bei Bedarf ein Fundament für die Ladesäule. Details unter Tiefbau für Wallbox und Ladesäule.
Photovoltaik
Erdkabeltrasse vom Carport, Gartenhaus oder einer Freiflächenanlage zum Haus. Mehr unter Photovoltaik-Tiefbau.
Tipp: Gräben zusammenlegen. Wer Wallbox, PV und Glasfaser in kurzem Abstand plant, sollte die Trassen gemeinsam denken. In einem offenen Graben lassen sich mehrere Rohre nebeneinander verlegen, jede Leitung in ihrem eigenen Rohr und mit den Abständen, die Elektrofachbetrieb und Netzbetreiber vorgeben. Das spart eine zweite Baustelle im Garten oder unter dem frisch verlegten Pflaster.
Ihr Leerrohr in Gimbsheim, Worms und Rheinhessen
Leitungsgräben für Wallbox, Photovoltaik, Glasfaser und Gartenstrom heben wir in Rheinhessen und rund um Worms aus, als inhabergeführter Betrieb mit Sitz in Gimbsheim. Bei einer Besichtigung vor Ort sehen wir uns Trasse, Oberflächen und Boden an und stimmen Tiefe und Rohrgröße mit Ihrem Elektrofachbetrieb ab. Einen Überblick über unsere Arbeiten finden Sie unter Tiefbau & Leitungsbau, oder Sie fragen direkt einen Termin an.



